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Man kann Tattoos mittlerweile weltweit in allen sozialen Schichten antreffen. Sie stoßen auf eine immer breitere Akzeptanz in der gesamten Bevölkerung. In Japan hat sich das Tätowieren als eine wahre Kunst etabliert, und oft bedeckt das Motiv den Körper zu einem großen Teil oder sogar ganz. Bekannt ist das Tätowieren bereits seit der Frühgeschichte der Menschen. Schon immer wurden Zeichen zum Schutz vor bösen Geistern, als Erkennungsmerkmal der Stammeszugehörigkeit, für Fruchtbarkeit, Zeugung, Geburt, Tod und ähnliches auf die Haut gebracht.


Bereits im alten Ägypten wurde tätowiert. In der 11.Dynastie (2040-1658 vor Chr.) waren Tattoos bekannt, wie man einigen Hieroglyphenschriften entnehmen kann. Die Motive bestanden aus Punkten und Strichen in blauschwarzer Farbe. Über die Bedeutungen der Tattoos im alten Ägypten sind die Archäologen uneins; am wahrscheinlichsten ist die Aussage:" Die Tätowierungen sollten die Fruchtbarkeit der Verstorbenen im Jenseits sichern". Anfang 1923 wurde neben dem Grab des legendären Pharaos Tut-Ench-Amun auch das Grab einer tätowierten Prinzessin in einer Gruft bei Luxor entdeckt. Man stellte fest, dass sie eine Angehörige der elften Dynastie von Theben war. Bevor sich weltweit das Christentum ausbreitete, war das Tätowieren ein sehr häufiger Stammesbrauch. Selbst die ersten Christen schmückten ihre Haut noch mit religiösen Symbolen. Besonders die keltischen Stämme auf den Britischen Inseln und dem europäischen Festland praktizierten die rituelle Körperbemalung. Tattoos sind ebenfalls bekannt von den Stämmen der Ainu Südostasiens und Japans, den Indianern Amerikas und den polynesischen Maori im Südpazifik. Die afrikanischen Stämme bevorzugten wegen ihrer dunklen Hautfarbe meist die Narbenzeichnung. Selbst in der Arktis gab es Tattoos: 1578 wurde durch den Forscher Sir Martin Frobisher bei der Suche nach der Nordwestpassage eine Eskimofrau entdeckt, die auf Wangen, Kinn und Stirn feine blaue Punktmuster trug.

Im Mittelalter wurde das Tätowieren in Europa von diversen christlichen Religionen verboten. Es war der bekannte Kapitän James Cook, der die Tätowierung in Europa wieder etablierte. Cook brachte im Jahre 1774 einen tätowierten Polynesier namens Omai nach London. Dieser wurde zur Inspiration, und viele Menschen entdeckten das Tattoo für sich. Aber Tattoos hatten zu dieser Zeit etwas Anrüchiges und wurden demnach meist nur heimlich getragen. Mit Cook wurde auch der Gebrauch des Wortes Tattoo verbreitet.

"Tataou" ist das Wort, oder besser gesagt, das Geräusch, das wahrscheinlich dem Tätowieren den Namen gab. Es entsteht, wenn man mit einem Stein das spitze Ende eines Knochens in die Haut treibt. Dies war eine der frühsten Techniken des Tätowierens. Eine weitere prähistorische Methode war das Klopfen. Bei der Klopftechnik befanden sich an einem Stock Nadeln oder spitze Steine, mit deren Hilfe die Farben in die Haut "geklopft" wurden. In Europa nutze man früher die 3-Nadel-Klopftechnik mit Tusche. Manchmal wurde die Tusche auch durch einfaches Ritzen unter die Haut gebracht.

Heute kommen weltweit fast ausschließlich Tätowiermaschinen zum Einsatz. An Tätowiermaschinen sind vibrierende Nadeln angebracht, die für gleichbleibenden Druck und gleichmäßige Farbzuführung sorgen. Es gibt verschiedene Aufsätze mit einer unterschiedlichen Anzahl von Nadeln. Während Konturen mit einer relativ geringen Anzahl Nadeln (ca.3 Stück) gestochen werden, benutzt man für größere Flächen eine größere Anzahl (ca.10-14 Stück).

Anfang der 70er Jahren begann von Großbritannien ausgehend der Aufstieg der modernen keltischen Tätowierungen.

Während die ersten britischen Tätowierer sich noch an dem Urbuch der keltischen Muster, "Celtic Art - Methods of Construction" von George Bain und J. Romilly Allen, orientierten, begannen immer mehr Nadelkünstler, neue, komplexere Motive rund um die keltischen Formen zu entwerfen. So kommen beispielsweise die gezackten Spitzen der beliebten Tribals ursprünglich aus Borneo. Dort pflegten die Maori diese Art der Körperbemalung. Auch Schriftzeichen aus China oder Indien umrahmt von keltischen Flechtmustern findet man heute in modernen Tätowierungen.


Weltweit kann man sich heute mit einzigartigen Ornamenten und Mustern tätowieren lassen. Doch die meisten Motive gehen auf die einfacheren Zeichen der Kelten zurück. Daher prägte die Fachwelt auch den Namen Celtic-Tattoos.
Tribals sind meistens schwarze Ornamente, die nach individuellen und optischen Gesichtspunkten tätowiert werden. Oft werden Sie als Verzierungen rund um eine andere Tätowierung benutzt. Reine Tribals sehen besonders gut aus, wenn sie gleichmäßig schwarz sind, ihre Konturen wirklich scharfkantig, und die charakteristischen Spitzen extrem spitz sind. Auch wenn das heutige Tribal mit den alten Stammeszeichnungen nicht mehr viel gemein hat, so fasziniert doch diese Art der Tätowierung nicht nur die zahlreichen Anhänger der Keltenkultur.

Bei den keltischen Spiralen handelt es sich um Symbole aus dem spirituellen Bereich. Diese wirbelnden, schraubenden Muster wurden benutzt, um den ewigen Kreislauf des Lebens darzustellen. Charakteristisch für Spiralen ist, dass die Linien traditionell weder einen Anfang noch ein Ende haben. Damit sollen Geburt und beständige Wiedergeburt symbolisiert werden. Zwischenräume werden oft mit Mustern dekoriert.

Spiralen sind neben den Knoten- und Flechtmustern die charakteristischen Formen der keltischen Kunst. Eine bekannte Abwandlung der Spirale ist die Triskele, deren Merkmal stets drei deutlich erkennbare, in sich geschlossene "Enden" sind. Oft werden diese Muster mit Formen von Menschen und Tieren kombiniert. Besonders die Triskele gilt in der Tradition der Kelten auch als Zeichen der Macht der Druiden.


 
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